Lotterie „Aktion Mensch“ fördert auch im Naturparkgebiet

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Auch der Naturpark Bayerischer Wald darf sich für eines seiner Projekte über die Unterstützung aus der Lotterie „Aktion Mensch“ erfreuen. Anlass ist eine beantragte Förderung aus dem Jahr 2020. Der Naturpark bemühte sich damals für eine Sonderaktion Geld zu erhalten und formulierte einen Förderantrag, wohl wissend, dass die Kriterien streng sind und das Antragsverfahren vielleicht keinen Erfolg haben könnte. Man ließ sich allerdings nicht entmutigen. Umso mehr war man dann erfreut, einen Förderbescheid mit einer 90 – prozentigen Förderung für den Grenzbahnhof in Bayerisch Eisenstein erhalten zu haben. Die Projektlaufzeit bei Aktion Mensch startet am 1.1.2021 und endet am 31. Dezember des Jahres 2024.

Hintergrund für den Förderantrag waren die bis dahin geschaffenen, guten Voraussetzungen in Sachen Barrierefreiheit. Die Waldbahn lässt eine barrierefreie Anreise zu und im Grenzbahnhof hatte der Naturpark mit zwei Aufzügen ideale Bedingungen für Rollator, Rollstuhl oder Kinderwagen geschaffen. Zusätzlich wurde auch ein barrierefreies WC eingerichtet. Kleinere Unterstützungen gab es in der Folgezeit auch aus dem Fördertopf „Modellprojekte für Umweltstationen“ des Bayerischen Umweltministeriums. Damit waren gute Grundlagen für den Antrag bei „Aktion Mensch“ geschaffen.

Ziel dieses Mehrjahresprojektes ist, weitere Verbesserungen hinsichtlich der Barrierefreiheit voran zu treiben. So wurde zum Beispiel eine QR-Code-geführte Tour mit barrierefreier, leichter Sprache erstellt. Darüber hinaus gibt es für ausgewählte Bereiche taktile Pläne und Pulte mit erhabenen, tastbaren Buchstaben für Menschen mit Sehbehinderung und Blindheit. Ältere Menschen, die erst im Laufe des Lebens an Sehkraft verlieren, können die sogenannte Braille-Schrift, die aus einer Anordnung von Punkten besteht, oft nicht mehr erlernen.

Aufwändigster Baustein in den NaturparkWelten ist eine über das Berufsförderwerk Würzburg (BFW) erarbeitete „App für Menschen mit Blindheit und Sehbehinderung“. Die App läuft auf Smartphones. Sie kann die Position in den Ausstellungen erfassen und den Nutzern Informationen zu interessanten Objekten liefern und Texte vorlesen. Mehr als 10.000 € hat alleine dieser Bereich gekostet. Insgesamt stand eine Zuschusssumme von ca. 71.000 € bei Gesamtkosten von etwa 79.000 € zur Verfügung. Im Eingangsbereich gibt es ein Bodenleitsystem mit Aufmerksamkeitsfeldern vor einzelnen Objekten. Im zweiten Obergeschoss gibt es einen Tastraum mit verschiedenen Objekten aus dem NaturparkWelten-Bereich. An einem runden Tisch und mehreren Pulten gibt es tastbare Objekte, die eigens dafür geschaffen wurden. Hier soll man ausnahmsweise mit den Händen tasten und die dargestellten Inhalte erfühlen. Da ist bei anderen Objekten in Museen meist untersagt, damit keine Schäden entstehen. Über die Firma Skarabee sind außerdem 30 Kurzvideos mit Gebärdensprache erstellt worden, die über das eigene Smartphone abrufbar sind. Auch die Vernetzung mit Kooperationspartnern und das Durchführen von Veranstaltungen sind wichtige Bausteine.

Sicherlich sind das alles nur erste Anfänge und in einem umfangreichen Ausstellungshaus wie den NaturparkWelten gäbe es noch viele Bereich, in denen man an dem Thema Barrierefreiheit weiterarbeiten könnte.

Noch bis Ende der Herbstferien am 3.11.2024 sind die NaturparkWelten täglich von 9:30 bis 16.30 Uhr geöffnet. Das Naturparkteam freut sich über viele interessierte Besucher.

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